Ernährung kann viele Formen annehmen. Manchmal ist es ein Mineral, ein Vitamin, ein Teller Gemüse. Manchmal aber ist Ernährung ein Sommermorgen bei Oma und Opa, barfuß im taufrischen Gras und mit einem ganzen Sommer voller Zeit.
Als Kind besuchte ich oft meine Großeltern. Meine Eltern arbeiteten, und für mich war das kein Verlust, sondern ein Geschenk. Die Sommer dort hatten ihren ganz eigenen Rhythmus: gemächliche Morgenstunden, Gärten, die nach Erde und Sonne dufteten, und eine Großmutter, die wusste, dass man einem Kind nichts Besseres geben kann, als es bei sich zu haben.
Als die Saison begann, aßen wir oft etwas ganz Besonderes: Wiesengemüse. Doch zuerst kam das Beste von allem – die Ernte. Wir gingen gemeinsam aufs Land und zogen die Karotten direkt aus der Erde, pflückten die Zuckererbsen von ihren Ranken. Und natürlich kosteten wir sie sofort, genau dort, wo wir standen. Eine frisch gepflückte Zuckererbse, noch warm von der Sonne. Eine Karotte, nur kurz abgewaschen. Himmlisch lecker. Ein wahrer Genuss.
Dann trugen wir unseren Schatz in die Küche, und Oma kochte daraus eine Suppe, die für mich noch immer den Geschmack von Sommer, Geborgenheit und Liebe verkörpert. Zum Nachtisch gab es frische Erdbeeren mit Milch. Mehr brauchte es nicht. Mehr braucht es nie.
Genau das meine ich, wenn ich sage, dass Ernährung sowohl Nahrung als auch Liebe ist. Die Karotten und Erbsen gaben alles. Aber der Moment – die Hände in der Erde, Omas Stimme, Opas Lächeln, das Gefühl der Zugehörigkeit – er gab etwas, das kein Nährwert der Welt messen kann.
Jetzt im Juli sind die Zuckerschoten und Sommerkarotten hier in Schweden am besten. Also, hier ist sie, Omas Suppe, genau so, wie ich sie in Erinnerung habe.
Omas Wiesenessen – Sommersuppe
4 Portionen
- 500 g Karotten (etwa 5–6 Stück), geschält und in Scheiben geschnitten
- 6 dl Wasser
- 1 Teelöffel Salz
- 2 Esslöffel Butter
- 3 EL Weizenmehl
- etwa 5 dl Milch
- 200 g Zuckerschoten, abgetropft
- 1 großer Bund Petersilie, fein gehackt (ca. 2 dl gehackt)
- 1 EL Butter zum Abrunden
- (1 Prise weißer Pfeffer)
Zum Servieren: frisch gebackenes Brot, Butter und auf Wunsch geräucherter Schinken.
Tun Sie Folgendes:
- Die Karotten in Salzwasser zugedeckt etwa 10 Minuten kochen, bis sie fast weich sind. Das Kochwasser aufbewahren – es bildet die Basis für die Suppe!
- Die Butter in einem Topf schmelzen, das Mehl einrühren und etwa 1 Minute glasig dünsten. Anschließend mit kochendem Wasser und Milch verdünnen, bis eine glatte Masse entsteht.
- Rühren Sie es zusammen mit der restlichen Milch in den Karotteneintopf ein. Lassen Sie die Suppe etwa 5 Minuten köcheln und rühren Sie dabei immer wieder um, bis sie leicht andickt.
- Die Zuckerschoten dazugeben und 1–2 Minuten köcheln lassen – sie sollten ihre Knackigkeit und ihre leuchtend grüne Farbe behalten.
- Vom Herd nehmen. Eine Handvoll fein gehackte Petersilie und das Stück Butter unterrühren. Mit weißem Pfeffer und gegebenenfalls etwas Salz würzen.
- Heiß servieren, dazu frisch gebackenes Brot, Butter und geräucherten Schinken.
Tipp: Sie können gerne mehr Gemüse hinzufügen, um eine reichhaltigere Suppe zu erhalten – wenn die Wiese Sie dazu einlädt. Wiesenküche ist keine exakte Wissenschaft, sondern eine Suppe, die aus dem zubereitet wird, was die Jahreszeit bietet.
Und vergesst nicht den Nachtisch:Frische schwedische Erdbeeren auf einem tiefen Teller, mit etwas Milch darüber. Am besten draußen in der Sonne genießen, langsam und am besten mit Ihren Liebsten.
Denn genau darum geht es. Wir können Kalorien und Vitamine zählen, so viel wir wollen – aber die tiefste Nahrung erhalten wir, wenn Essen mit Liebe zubereitet und geteilt wird. Oma wusste das. Jetzt wissen wir es auch.
Wie stellst du dir den Sommer vor? Erzähl es mir – ich lese alles. 💚
